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ſchattigen Laubgang des Gartens, dann trat er in eine Laube von duftigem Jelaͤn⸗ gerjelieber, um ſich auszuruhn und ſeinen Gedanken Raum zu geben. In derſelben ſaß Roſalie, das ſchoͤne Haupt auf die Hand geſtuͤtzt und ſo ſehr in Nachdenken vertieft, daß ſie ſeinen Eintritt nicht einmal bemerkt hatte.
Sobald ſie ſeine Naͤhe gewahr ward, wollte ſie aufſtehn und machte, durch eine unwillkuͤhrliche Bewegung, den Verſuch ihm zu entfliehen, denn grade an ihn, an das Gluͤck, welches ſie an ſeiner Seite, in
ſeiner Liebe gefunden haben wuͤrde, dachte
pe in dieſem Augenbilck, und jetzt ſtand er ſo unerwartet vor ihr!
„Roſalie!“ rief er, ſie ſanft zuruͤck⸗ haltend,„Roſalie, noch immer fliehen Sie vor mir? vermag denn die reinſte und heißeſte Liebe, eine Liebe die an Anbetung graͤnzt, nichts uͤber Ihr Herz? Sollten
Siee nicht ahnen, was mich hieher gefuͤhrt
hat, in Ihre Naͤhe? die mich wie ein uͤn⸗ vwiderſtehlicher Zauber anzieht!“
„Kuͤxzen Sie die Schmerzen dieſes Augenblicks, Herr Graf,“ ſagte Roſalie erbleichend,„und entſagen Sie meinem Beſitze auf immer; ich kann nie die Ihrige werden.“ Eine Theine draͤngte ſich bei dieſen Worten aus ihren Augen hervor, die aͤngſtlich flehend auf ihn blickten.
„Ich ahne was ſie zu dieſem Ausſpru⸗ che bewegt, Roſalie,“ entgegnete er ihr,


