Teil eines Werkes 
2. Theil (1825)
Entstehung
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ſchien, erſcheint dann verwelkt, giftig, grauſenerregend. 4

Nein, ich kann mich nicht beruhigen, was Emil auch ſagen mag, deſſen Liebe durch mein Opfer erhoͤht ſcheint; zaͤrtlicher habe ich ihn nie geſehen, als jetzt; aber warum erneut er jetzt die Schwuͤre der Treue ſo oft? ſonſt forderte er Vertrauen und durfte es, aber er will mich nur beru⸗ higen, ich weiß es, und danke es ihm von Herzen.

Den 1ſten Juli.

Warum gedenke ich jetzt meiner Schweſ⸗ ter Marie ſo oft, deren Bild faſt ganz aus meinem Gedaͤchtnis verſchwunden war? Was ſie wohl macht! wie es ihr wohl ergeht! Sollte ſie auch ſchon die Liebe mit ihren Freuden und Leiden kennen!

Zu Anfang hat ſie mir oͤfterer geſchrie⸗ ben, aber ihre Briefe waren ſo kindiſch und leer und ich hoͤrte auf ihr zu antworten,