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ſeyn der Schuld im Herzen; das iſt ſchrecklich! 3
Welch' ein Gluͤck iſt es fuͤr mich, daß ich jetzt nicht an den Hof zu fahren brauche, denn wuͤrde ich das Auge zu ſeinen Schweſtern erheben koͤnnen? wuͤrden ſie nicht das Geſtaͤndnis meiner Schuld auf meiner Stirne leſen?— Wie bebe ich nicht ſchon, wenn meine Tante ſeinen geliebten Namen nennt, und doch haͤtte ſie kein Recht, mir zu zuͤrnen, mich mit Vorwuͤr⸗ fen zu uͤberhaͤufen— ſie nicht! Aber mache ich ſie mir nicht ſelbſt, und iſt das nicht noch ſchlimmer?
Den 26ſten Juni.
Wie ganz anders ſieht man das Unrecht
in der Stunde der Trunkenheit, der Sin⸗ nenberauſchung an, als nachher, wenn Tage daruͤber hingerauſcht ſind! Was uns die hoͤchſte und ſchoͤnſte Bluͤthe des Lebens
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