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lauf einiger Jahre waren Beide die innig⸗ ſten, unzertrennlichſten Freundinnen; mit ſtillem Entzuͤcken ſah aber die Mutter ihr ſchoͤnes Werk gedeihen und reifen.— O! wer kennte es nicht, dieſes hoͤchſte und ſe⸗ ligſte aller Gefuͤhle, ſich der Rettung eines Menſchen vom moraliſchen Verderben be⸗ wußt zu ſeyn? wer wuͤßte es nicht, daß man ein Weſen mit verdoppelter Zaͤrtlichkeit liebt, das man ganz als ſein Werk betrachtet, um das man zagte und bangte? Liebt man doch die Kinder, die phyſiſch leiden, wenn gleich mit großem Schmerze, doch mit erhoͤhter Zaͤrtlichkeit; ſo wird ein edles Gemuͤth, das auch immer des wahren Mitleids faͤhig iſt, ein geiſtig leidendes Geſchoͤpf bald mit jener ſchmerzlichen Neigung lumfaſſen und uͤber deſſen Geneſung die herzinnigſte, rein⸗ menſchlichſte Freude empſinden. Die Land⸗ raͤthin machte bald keinen Unterſchied mehr zwiſchen ihren beiden Kindern, denn war Emilie ihr theuer, weil ſie ſie unter ihrem Herzen getragen hatte und ſeltene angeborne


