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nicht, Roſalie— kannſt du es mir nicht erklaͤren?
Dieſes unſchuldige Geſchwaͤtz der beiden holden Kinder erſchuͤtterte die Erwachſenen unendlich; die fromme Eliſabeth bedeckte das Geſicht mit beiden Haͤnden, um die Thraͤnenfluth zu verbergen, die ihren Au⸗ gen entſtroͤmte, und der Baron ſtuͤrzte außer ſich am Lager der Entſchlafenen nie⸗ der, indem er mit dem Tone der hoͤchſten Verzweiflung ausrief:„Ja, ſie iſt todt, todt! ſie wird Keinen von uns allen je wieder anlaͤcheln!“
Wenige Monden, nachdem man den Sarg der Mutter in den kuͤhlen Schooß der Erde geſenkt hatte, erlag auch der Va⸗ ter dem finſtern, unheilbringenden Grame, der ihn ſeit ſeinem harten Verluſte umfan⸗ gen hielt, und auch ihn trug man in die letzte Behauſung. So ſtanden die Kinder in dem zarteſten Lebensalter verwaiſt da, Fremden uͤberlaſſen und der Elternliebe
und Elternſorgfalt beraubt, da ſie beider
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