123
dem Sterbebette ſtehende Candelabern erhellt wurden.
Nie war der Admiral im Leben ſo ſchoͤn ge⸗ weſen, wie er es im Tode war, obgleich man ihn immer, namentlich in ſeiner Jugend, zu den ſchoͤnten Maͤnnern gerechnet; der Verklaͤrungs⸗ glanz, welcher ſich uͤber ſeine Zuͤge ausgebreitet hatte, die Milde und Güte, die in denſelben lagen; die Ruhe, welche an die Stelle aller der Leidenſchaften getreten war, die das Leben ver⸗ wirren und den Geſichtszuͤgen ihren eigenthuͤm⸗ lichen, man möchte ſagen, den kindlichen Ausdruck rauben, verſchoͤnerten dieſen Todten ſo ſehr, daß Tycho nur mit Ehrfurcht und Be⸗ wunderung darauf blicken konnte, und jenes Grauen nicht empfand, welches ſonſt auch den Beherzteſten beim Anblick einer Leiche zu ergreifen pflegt.
Nachdem er die geliebten Zuͤge lange betrachtet hatte und ſie ſeinem Gedaͤchtniſſe gleichſam fuͤr immer einzupraͤgen bemuͤht geweſen war, ſagte


