ſind noch nicht zu Bette. Wahrlich die Nach⸗ baren ſtehen ſchon auf, drüben, im Dachkäm⸗ merchen des kleinen Hauſes, uns gegenüber, wird ſchon Licht angezuͤndet.“
„Ach das iſt die fleißige Jungfer Holder⸗ lein,“ erwiederte Chriſtel:„das arme Ding ſteht immer mit den Lerchen auf, und ſitzt doch oft bis ſpät nach Mitternacht noch bei der Arbeit. Ach ja! das Brodeſſen wird ar⸗ men Leuten in dieſer Welt ſauer gemacht. Sie hat es wohl nöthig, der Vater iſt ein Klempner und hat wenig Kundſchaft, die Mut⸗ ter kränkelt, da muß die Tochter freilich das Beſte dabei thun. Aber geſchickt iſt ſte, das
muß man ihr laſſen. Ihr' Gnaden ſollten's nur ſehen, ſie hat jetzt zu der Ausſtattung der reichen Krämers Tochter dort unten an der Ecke, viel zu ſticken. Batiſttücher, denken Ihro Gnaden, achtundvierzig Züpfel jeder an⸗ ders! das will was ſagen. Aber ſie macht
es ſo ſauber und nett, wie gemalt ſage.


