Teil eines Werkes 
2. Theil (1832)
Einzelbild herunterladen

9

ö

in dieſen Tagen herkommt, und er dann zum geiſtlichen Stande eingeweiht werden ſoll. Er dauerte mich recht, wie ich ihn darauf anſah, er ſah ſo ſchön, und dabei ſo traurig aus. Solch ein reicher, vornehmer, junger Herr! es iſt doch Jammerſchade! Aber das iſt doch eine wunderliche Einrichtung bei den Katholiken, da ſind wir Lutheraner beſſer daran, bei uns weiß man von dergleichen nichts.

Ein halbunterdrückter Seufzer aus tiefſter Bruſt, war die einzige Antwort, die Chriſtel auf ihre Frage erhielt.

Es war eben zur erſten Frühlingszeit, in welcher die Nächte merklich kürzer werden.

Sieh' Chriſtel, ſprach Eugenia, und blickte träumeriſch nach dem ihr gegenuͤber⸗ ſtehenden Fenſter, das auf ein kleines ſehr ſchmales Gäßchen hinausging, denn ihr Zim⸗ mer lag im Hintergebäude der eleganten und geräumigen Wohnung ihrer Mutter.Sieh', der Tag fängt ſchon an zu grauen, und wir