Teil eines Werkes 
1. Abtheilung (1829) Der Frühling / von Friedrich Schmitthenner
Entstehung
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Dort laß' mich, der ich künftig tod ſein werde,

Vom Vorgefühl des Todes tief erfüllt,

Den Brüdern klagen, die im Schoß der Erde

Der lange Schlaf in ſeine Schatten hüllt. 3

254. Schöͤn iſt das Eiland Erde, wann in Blüthen Der Frühling auf die Auen niederſchwebt, Die Nachtigall in den geweihten Frieden

Der Sommermondnacht ihre Zauber webt,

und ſchön auf ihr zu wohnen und zu würken Und ſüß die Liebe unterm Sonnenlicht,

Doch in des Grabes nächtlichen Bezirken, Da wohnt die Luſt, da weilt die Liebe nicht. 4

255.

Am Götterkelch darf ſich der Menſch berauſchen, Wann er den hohen Bund der Freundſchaft ſchwoͤrt, um Luſt und Leid mit einer Bruſt zu tauſchen,

Die ewig treu und trauend ihm gehört,

Doch Freundſchaft wohnt nicht in den Finſterniſſen, Wo das Gefühl der warmen Bruſt erliſcht,

Dort hat der Tod die Bündniſſe zerriſſen,

und Feind und Freund in bunten Reih'n gemiſcht.