Teil eines Werkes 
4. Theil (1861)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

138

Zum Tod! Zur Guillotine! riefen um den Kar⸗ ren her die Söhne, Verwandten und Bekannten der von dem Schreckensregiment Geopferten.

Das Volk bildete Spalier. Es zeigte keine Sym⸗ pathien mehr für den Mann, den es einſt vergöttert. Düſter und ohne ein Zeichen des Bedauerns oder der Befriedigung ließ es den Zug vorüber. Nur hin und wieder durchbrach ein Mann oder ein Weib das Spalier, um Robespierre mit Verwünſchungen zu überſchütten. Es war ihre Rache für den Verluſt eines Sohnes, eines Vaters, eines Gatten.

Robespierre wandte den verbundenen Kopf ab und zuckte die Achſeln, gleich als bemitleide er den Irrthum, welcher ihm allein ſo viele Verbrechen zurechnete, die auf ſeinen Namen zurückfielen. Er war reſignirt und hielt es nicht mehr für werth, ſich vom Leben bewegen zu laſſen.

Couthon war tiefſinnig; Robespierre der Jüngere verſuchte ſeinem Bruder nachzuahmen. Henriot allein zeigte ſich widerlich; man hatte ihm ſeine Uniform vom Leibe geriſſen und ſeine ganze Kleidung beſtand in einem ſchmutzigen Hemde. Saint⸗Juſt war heiter, wie begeiſtert von ſeinem Martyrium.

Man kam endlich zum Schaffot.

Robespierre ſtieg feſten Schrittes die Stufen hinan. Man riß ihm den Verband ab und der furchtbare Schmerz in Folge deſſen entrang der Bruſt des Unglücklichen einen