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ſchung ſein ſollte. Denn dieſer Mann,“ fuhr er lebhaft fort und ſchritt haſtig durch das Zimmer,„muß in ſeinem Kopfe den Geiſt der Zeit, in ſeinen Sitten die Tugenden der Republik, in ſeinem Herzen die Unbeugſamkeit des Vaterlandes, in ſeinem Leben die Reinheit der Prinzi⸗ pien, in ſeiner Seele die Unverfälſchbarkeit ſeiner Glau⸗ bensſätze haben; er muß für das öffentliche Leben an dem gleichen Tage geboren ſein, wie die Revolution, er muß ihr Schritt für Schritt durch alle ihre Entwicklungen hin⸗ durch gefolgt ſein und dabei immer zugenommen haben an Patriotismus und an Tugend. Er muß eine vollen⸗ dete Kenntniß der Menſchen und der Dinge beſitzen, welche ſich ſeit fünf Jahren auf der Bühne bewegen; er muß ſich endlich eine ſouveräne Volksthümlichkeit erworben haben, kraft welcher ihm die öffentliche Stimme ſchon vorher die Diktatur zuerkenne.“ „Nun,“ rief St. Juſt—„bei dem Bilde eines ſol⸗
chen Mannes nennt Jeder ohne Bedenken...“
„Sprich keinen Namen aus,“ unterbrach ihn Robes⸗
ierre. 1„Bah, Freund, ſeien wir offen! Es handelt ſich um das Wohl des Vaterlandes. Ich nenne nicht Dich, Ro⸗ bespierre, ſondern Deine Tugend hat es gethan. Wenn Du Diktator wirſt, ſo hat Dich die Vorſehung der Re⸗ publik dazu gemacht.“ Robespierre's Angeſicht leuchtete.


