Teil eines Werkes 
3. Theil (1861)
Entstehung
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Fenſter, unter dem eine zahlreiche Volksmenge Lebehochs auf ihn ausbrachte. Es that ihm wohl, ſich von dieſem unbeſtimmten Hauch der öffenlichen Gunſt anwehen zu laſſen, aber der Muth zur entſchloſſenen That fehlte ihm. St. Juſt beſuchte ihn und wollte ihn zur That drängen.

Nun, ſagte er zu ihm, als ſie Beide allein auf einem Canapee ſaßen,warum zögerſt Du? Deine Freunde ſind bereit.

Zögern! antwortete Robespierre, in dem er ſelbſt ſeinem intimſten Freunde gegenüber eine gewiſſe Zurück⸗ haltung in den Aeußerungen beobachtete.Was meinſt Du damit?

Bah, Du verſtehſt mich.

Keineswegs.

Ich meine, Du ſollſt die Diktatur ergreifen.

Thor! Etwa weil das Volk mir heut zujubelt? Ich ſage Dir, St. Juſt, es wird mich morgen ſteinigen, wenn ich heut ſeinen Willen thue.

Das Uebel hat den höchſten Gipfel erreicht, Ro⸗ bespierre, entgegnete St. Juſt; die Anarchie zerfleiſcht uns; die Geſetze, mit denen wir Frankreich überſchwemmen, ſind nur Mordwaffen, welche wir in den Händen aller Faktionen ſchleifen. Jeder Volksrepräſentant bei der Armee oder in den Departements iſt König in ſeiner Pro⸗ vinz; ſie herrſchen und wir ſind hier nur eitle Schatten⸗

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