Teil eines Werkes 
3. Theil (1861)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

4

165

Wir werden es verhindern, verlaß Dich darauf! ant⸗ wortete der Angeſprochene und ſein Auge flammte dabei.

Er will Opferprieſter ſein, meinte Tallien,er kann ein Opfer werden.

Hört, es muß zu Ende gehen mit der Comödie! Heut Abend....

Der dieſe Worte ſprach, machte ein bedeutſames Zei⸗ chen, die Uebrigen nickten, als hätten ſie ihn verſtanden.

Heut Abend, murmelten ſie und zerſtreuten ſich.

Robespierre, wiewohl er Gleichgiltigkeit gegen die Drohungen in Gebärden und Worten geheuchelt, hatte eine Ahnung der gehäſſigen Regungen, die er ſoeben gegen ſich aufgerufen hatte. Er fühlte, daß er ſeinen Nimbus verloren und auf demſelben Altar, wo er das höchſte Weſen eingeſetzt, ſich ſeiner Popularität entkleidet hatte. Er wußte, daß er durch den heutigen Tag in den Augen des Volkes groß, im Convent jedoch geſtürzt ſei.

Nachdenklich kehrte er in ſeine Wohnung zurück.

Eine Menge von Briefen wurden ihm übergeben; er entfaltete ſie und lächelte diaboliſch: es waren anonyme Glückwünſche an den Wiederherſteller der Religion und der Gerechtigkeit. Manche dieſer Billets drangen in ihn, ſich zum Diktator zu machen; in vielen ſtand nur das ein⸗ zige Wort: Wage!

Sinnend ging der Mann auf und ab, in deſſen Bruſt der Ehrgeiz mit der Unentſchloſſenheit ſtritt. Er trat ans