162
Mädchen, durch dreifarbige Bänder miteinander ver⸗ bunden, war dazu beſtimmt, den Feſtzug paſſiren zu laſſen.
Zuerſt kam Robespierre. Er drehte ſich häufig zu⸗ rück, um den zwiſchen ihm und ſeinen Collegen gelaſſenen Zwiſchenraum zu bemeſſen, gleichſam als wollte er das Volk gewöhnen, ihn in ſeiner Ehrfurcht von denſelben zu trennen, wie er ſich durch die Entfernung von ihnen trennte. Auch folgten ihm wirklich, als der wichtigſten Perſönlichkeit, die Blicke Aller mit Neugierde, Argwohn
oder Hoffnung. Robespierre fühlte ſich; er hatte auf ſei⸗
ner Stirne den Hochmuth und auf ſeinen Lippen ein Lä⸗ cheln ſtolzer Siegesgewißheit.
In zwei Colonnen ſolgten ihm die Volksvertreter durch die Wogen des Volks. Zwiſchen den beiden Zügen bewegten ſich Fuhrwerke mit Attributen der Landwirth⸗ ſchaft, Pflugſchaaren von Stieren gezogen, und andere Symbole der Induſtrie und des Handwerks.
In der Mitte des ungeheuren Marsfeldes hatte man einen Hügel errichtet, an derſelben Stelle, wo einſt der Altar des Vaterlandes geſtanden hatte. Der Zugang zu demſelben war ſchmal und ſteil. Robespierre beſtieg zuerſt den Hügel und ſetzte ſich auf den Seſſel, der allein auf dem Gipfel ſtand; dann wurde Couthon, der lahme Schreckensmann, hinaufgetragen; zuletzt nahm auch St. Juſt neben Robespierre Platz. Der Reſt des Convents


