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mich nach meiner Weiſe und die iſt, ſtill und wortkarg zu ſein.“
Chaumette lächelte ſelbſtzufrieden, dann meinte er:
„Gut, ich verzeihe Dir; ich ſehe, Du biſt ein braver Burger und Deine Tochter auch.“ Er ging wiederum, heftig mit den Füßen aufſtampfend, auf und ab, indem er. jedesmal, wenn er bei Roſa vorbeikam, die Wangen der⸗ ſelben mit einigen ſeiner lüſternen Aeußerungen kniff. Roſa war wie vernichtet, ſie rührte ſich nicht und ließ ſich Alles von Chaumette gefallen. Die Angſt, er könne auf ihren Vater Verdacht faſſen und ihn verderben, lähmte alle Wil⸗ lenskraft und alle Gefühle dieſes Mädchens.
„Euch friert, Bürger?“ fragte endlich Ricot de⸗ müthig.
„Hier iſt's abſcheulich eiſig, die Steine ſind ſo kalt, daß Einem die Füße erſtarren,“ erwiderte Chaumette. „Aber das thut nichts— mir wird ſchon wärmer, auch werde ich gleich gehen. Nur muß ich das hüſche Kind noch etwas inſtruiren, das iſt nothwendig. Ich werde Dir er⸗ zählen, wie ich vorgeſtern in Notre⸗Dame den neuen Kul⸗ tus der Vernunſt eingeführt habe. Das wird Dich am Beſten au kait ſetzen. Dieſer neue Kultus iſt feierlich vom Convent dekretirt worden; ich habe ihm die Göttin der Vernunft vorgeführt,— es war eins der reizendſten Mäd⸗ chen von Paris, ein wenig leichtſinnig zwar, aber wirklich eine göttliche Geſtalt, deren üppige Formen unter dem
1861. 46. Apoll von Byzanz, III 2


