Teil eines Werkes 
2. Theil (1861)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

171

Von nun an verlangten die Jacobiner den Prozeß der Girondiſten mit Ungeſtüm und Robespierre gab nach; aber mit Bedauern. Als ihn Garat, der Miniſter war, beſchwor, die Girondiſten zu retten, ſagte er:Sprechen

Sie mir nicht mehr davon; ich ſelbſt könnte ſie nicht ret⸗

ten. In Revolutionen gibt es Tage, wo das Leben ein Verbrechen iſt und man ſeinen Kopf muß hinzugeben wiſ⸗ ſen. Auch den meinigen verlangt man vielleicht von mir, fügte er hinzu, indem er mit ſeinen zwei Händen nach ſeinem Kopfe griff.Sie werden ſehen, ob ich darum hadere.

Von nun wurden die gefangenen Girondiſten, welche man bisher milde behandelt hatte, ſtrenger bewacht. Man hatte ſie in der Nacht nach der Conciergerie gebracht, der großen Vorhalle des Todes, umgewandelt dazu aus den Zellen, Refektorien und dem hohen gothiſchen Kirchenſchiff eines alten Kloſters.

Sie ſaßen hier unter einem Dach mit der Königin von Frankreich, die in einer elenden Zelle den Tag ihrer Hinrichtung erwartete. Das Opfer des Königthums und die Opfer der Republik wie wunderbar! Sie ſaßen jetzt in einem Kerker, warteten zuſammen auf den Tod durch die Hand des Henkers. Die Königin hatte den Vor⸗ rang; die franzöſiſche Galanterie gegen die Frau verläug⸗ nete ſich ſelbſt in der Grauſamkeit nicht. Der Prozeß Marie Antoinettens mußte beendigt ſein, um den Prozeß der Gironde verhandeln zu können. Am 16. Oktober fiel