Teil eines Werkes 
1. Theil (1861)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

24

ſchaftlich an ſeine Bruſt.Hier bleiben, rief er aus, hier bleiben, wenn Du gehſt? Valerie! Und Du mußt gehen, fuhr er dann fort,Du mußt fort von hier. Die Gefahr des länger Verweilens ſteigt von Tag zu Tag, vielleicht daß man in ein paar Wochen in der Unmöglich⸗ keit iſt, dieſe Stätte der Anarchie zu verlaſſen. Nein, nein! Ich dringe darauf, daß Du reiſeſt und ſo ſchnell als möglich. Ich werde morgen trachten, mir einen Paß zu verſchaffen. Ja, ja, und er ſchien mit ſich ſelbſt zu reden, es wird gehen; ich werde ihn mit Hilfe meines Vaters wohl erhalten. Und dann reiſe ich mit Dir, Geliebte, mit Dir, wohin Du willſt; denn Dein, ach Dein bin ich mit Herz und Geiſt und Seele, Dein, theures Weſen, das mich begeiſtert und in deſſen Anblick zu ſchwelgen das göttliche Entzücken meines Dichterlebens iſt.

André hatte die letzten Worte mit ſtürmiſcher Leiden⸗ ſchaft geſprochen. Valerie, wie berauſcht davon, konnte ihre ſeligen Blicke nicht abwenden von ſeinen Augen. Endlich, endlich ſank ihr Kopf auf ſeine Schulter und ſie flüſterte: d

O, mein Freund, was iſt mir Alles ohne Dich! Welch' ein Himmel iſt mir eröffnet, ſeitdem ich Dich liebe! André, André, was würde aus mir, wenn Du mir fehlteſt!