„Aus meiner ganz fruͤhen Kindheit,“ fing Corallo an,„iſt mir nur ein Traum ge⸗ blieben, den ich vergebens feſtzuhalten mich be⸗ muͤhe, nach und nach ſcheint er mir zu ent⸗ ſchwinden.— Wielleicht war es nicht einmal ein Traum, ſondern nur ein Phantaſiegemaͤlde des kranken Knaben. Ich war zu ſehr Kind, um Wirklichkeit von einem Trugbilde zu un⸗ terſcheiden.—— Als ich meines Verſtan⸗ des bei gewoͤhnlichen Bauersleuten maͤch⸗ tig ward, erinnerte ich mich, auf einem alten Schloſſe geweſen zu ſeyn, wo es recht pracht⸗ voll war. Ein junger ſchoͤner Mann den ich
Papa nennen mußte, trug mich immer auf
ſeinen Armen, und ſtillte damit meine Thrä⸗ naen, daß er, wenn ich zu weinen anfing, mit mir in den nahen Wald ſpazieren ging.— So nahm er mich einſtmals als ich wieder weinte auf ſeinen Arm, und ging mit mir
den gewoͤhnlichen Spaziergang nach dem Wal⸗
de; ich ſchlief ein— wie ich erwachte— be⸗ fand ich mich auf einem Bette in einer Bauern⸗
hoͤhle. Zwei alte Leute ſtanden vor mir. Ich
weinte und ſchrie und rief nach dem Papa.


