Druckschrift 
Der Schiffscapitain : eine Erzählung für Jung und Alt / von Ferdinand Schmidt
Entstehung
Einzelbild herunterladen

123

Er will ſich auf dem Boote hinauswagen in die unermeßliche See. Brown wird ſein Begleiter ſein. Unſeren Bitten und Vorſtellungen, bei uns zu bleiben, ſtellt er Gründe ent⸗ gegen, die wir freilich anerkennen müſſen. Er hat Weib und Kind in der Heimath. In acht Tagen iſt's ein Jahr, daß wir auf dieſer Inſel landeten. Den Jahrestag will der Ca⸗ pitain noch mit uns feiern.

Der Capitain hat uns heut, drei Tage vor dem bezeich⸗ neten Jahrestage, den Rath ertheilt, uns einen Vorſtand zu erwählen. Es ward ſogleich darauf eingegangen. Man wählte fünf Perſonen und darunter unſern Prediger. Die⸗ ſer aber nahm die Wahl nicht an. Ich will, ſagte er, Dem nachzuſtreben ſuchen, der geſagt hat: Mein Reich iſt nicht von dieſer Welt. Es wird bisweilen um weltlicher Dinge willen im Vorſtande zu Zwiſtigkeiten und Partheiungen kommen. Von denen halte ich mich wohl lieber fern. Dann bleibt mein Verhältniß zu allen meinen Brüdern rein und lauter, und ich vermag einem Jeden aus der Fülle des gött⸗ lichen Wortes zu reichen, weſſen er bedarf. Man billigte die Gründe der Ablehnung und wählte anſtatt des Pre⸗ digers ein anderes älteres Mitglied der Gemeinde. Hier⸗ nach ſprach der Capitain: Meine Brüder, ich habe jetzt mein Wort gelöſt und die Macht, die mir in den Tagen der Gefahr übertragen ward, in Eure Hand zurückgelegt. Ehe ich nun aber von Euch ſcheide, müſſen noch einige Angelegen⸗ heiten geordnet werden. Wie Ihr wiſſet, habe ich ſo manche Dinge aus dem Schiffe gerettet, die wir in der Noth ver⸗