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Der Schiffscapitain : eine Erzählung für Jung und Alt / von Ferdinand Schmidt
Entstehung
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aus ihren Piroguen und zogen dieſelben watend an das Land. Wir mochten ihnen das nicht nachmachen, da man ſehr leicht über kleine, aufrecht ſtehende Corallenſtücke fallen kann, deren ſcharfe, ſtachelartige Spitzen und Zacken auch noch außerdem die Kleider und Beine der daran Stoßenden übel zurichten. Endlich fanden wir eine Stelle, an der das Boot ganz an das Land heran kommen konnte.

Eine große Zahl von Inſulanern, Männer, Frauen und Kinder, hatten ſich am Ufer verſammelt. Brown führte uns nach dem von Palmen umgebenen Hauſe des Häuptlings, der uns entgegen kam und jedem von uns die Hand reichte. Das Haus des Capitains iſt lang und ſchmal, aus Bambus und aus Stämmen des Faulbaums erbaut, die mit Cocos⸗ blättern und Farrenkraut künſtlich durchflochten ſind. Die hintere Wand iſt höher als die vordere, ſo daß das Dach nur auf einer Seite herabgeht; letzteres iſt einen halben Fuß dick und wird aus trocknen Brodbaumblättern gemacht. Vor der Thür wurden mehrere Baſtdecken ausgebreitet und der Häuptling lud uns ein, uns darauf niederzulaſſen. Auch er ſetzte ſich zu uns. Nach einem etwa eine halbe Stunde währenden Geſpräche zwiſchen dem Häuptling, wobei der Engländer natürlich wieder den Dolmetſcher gemacht hatte, rief der Häuptling einen jungen Eingeborenen herbei und be⸗ fahl ihm, auf einen der größten der in der Nähe ſtehenden Palmbäume zu ſteigen und friſche Nüſſe zu brechen. Wir bewunderten die Gewandtheit und die Kraft, mit welcher der

Eingeborene ſein Geſchäft verrichtete. Der Häuptling wählte nun eine Nuß, löſ'te die Schale ab, koſtete die Milch und gab ſie dem Engländer mit dem Bemerken, ſie dem Capitain