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Der Schiffscapitain : eine Erzählung für Jung und Alt / von Ferdinand Schmidt
Entstehung
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geweſen, jetzt athme ich wieder auf. Ich denke mir, der Grund liegt zum großen Theile in der Bekanntſchaft mit Alexis. Mit Verehrung an einer edlen Menſchenſeele hängen, das iſt ich fühle das jetzt recht lebhaft etwas Herr⸗ liches. In der vergangenen Nacht befanden wir uns lange auf dem Verdeck. Die Luft war labend, des Himmels Sterne funkelten klarer hinab, als ich ſie jemals in der Heimath geſchaut hatte. Ein ſanfter Wind blähete die Segel; Stille herrſchte um uns. Wir ſprachen Dies und Das und kamen endlich auf die Unſterblichkeit zu ſprechen. Da drängte es mich, dem Alexis Folgendes zu ſagen: Mit ſchwerem Her⸗ zen geſtehe ich es Ihnen, daß mein Glaube an die Unſterb⸗ lichkeit der Seele oftmals ſchon gewankt hat. Tauſende von Jahren beſteht ſchon das Menſchengeſchlecht auf der Erde, und an jedem Tage ſterben Hunderttauſende. Welche uner⸗ meßliche Zahl von Menſchen hat ſchon auf der Welt gelebt, welche unermeßliche Zahl wird noch entſtehen, leben und ſterben! Wo iſt, habe ich mich ſchon oft gefragt, der Raum, der alle dieſe Menſchenſeelen bergen ſoll? Du lieber Gott, ſprach Alexis, wie viel Sorgen und Mühen machen ſich Deine armen Menſchenkinder, ſobald ſie es unterlaſſen, mit kindlichem Sinn auf Dein Wort zu hören! Dann fuhr er fort:Ich könnte Sie auf das neue Teſtament verweiſen, doch Sie würden mir vielleicht entgegnen: Mir kommt es mehr darauf an, zu erkennen und überzeugt zu werden, als zu glauben. So laſſen Sie uns einmal das genau anſchauen, was in Ihnen den Zweifel anregte. Sie meinen einfach, es ſei für die unermeßlich große Zahl der Menſchenſeelen nicht Raum im Weltall. Laſſen Sie uns nun einen Blick hinauf