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Oder züßten Eure Liebden vielleicht mir eine ſchöne Täuſqung zu bezeichnen, welcher dadurch Gefahr droht?“
Vrrwünſcht!“ murmelte Max Emanuel.„Das hat men von Ueberraſchungen. Wenn das Mädchen—“ Er verſtummte, denn bereits ſchritt Zuleima an des Kammerdieners Seite mit züchtig niedergeſchlagenen Blicken durch die glänzende Verſammlung dem Sitze des Fürſtenpaares zu. Vor demſelben angekommen, ließ ſie ſich auf ein Knie nieder, kreuzte die Arme über der Bruſt und flüſterte halblaut:„Salem aleikum, Sultanüm!“ Wie demüthig bittend ſchlug ſie dann die Augen auf, fuhr aber im nämlichen Augenblicke unwill⸗ kürlich und faſt wie erſchrocken zurück.
„Sei ohne Furcht, mein Kind!“ ſagte Maria Antonia gütig und ſtreckte ihr die Hand entgegen, welche Zuleima ſogleich erfaßte und mit Inbrunſt an die Lippen drückte.„Ich habe Gutes von Dir gehört, Mädchen, und finde es durch Dein Ausſehen beſtätigt. Du gefällſt mir, und ich will für Dich ſorgen. Nenne mir einen Wunſch, und ich bin bereit, ihn Dir zu erfüllen.“
„O, Ihr ſeid gütig, hohe Herrin“, entgegnete Zuleima,„Euer Antlitz iſt wie ein Stern der Nacht und Eure Rede träufelt wie Thau der Wüſte! Hab' ich wirklich Gnade gefunden vor Euch, ſo ſendet mich
Schmid, Die Türken in München. I. 15


