Anführer des chriſtlichen Heeres, eine junge, dem Kur⸗ fürſten höchſt ähnliche Heldengeſtalt, erſchien, und, den Degen über die Gefangenen ausſtreckend, ſie aus den Händen der Soldaten befreite; dabei loderte in der Tiefe des Theaters die Stadt in verheerendem Brande auf, im Vordergrunde ſanken die Geretteten, Khiaja⸗Paſcha und Zuleima, die ſchöne Türkin, zu den Füßen des großmüthigen Siegers auf die Kniee, und mit der ebenſo ſchönen als lebendigen Gruppe war die erſte Abtheilung des kriegeriſchen Schauſpiels zu Ende.
War der Beifall ſchon nach dem Ballet außer⸗ ordentlich geweſen, ſo ſchien er jetzt vollends alle Gren⸗ zen überſteigen zu wollen; der Vorhang mußte einige⸗ mal in die Höhe, um das Schlußbild in wechſelnder bengaliſcher Beleuchtung den ſtaunenden Beſchauern wieder und wieder zu enthüllen. Mehrere Cavaliere, welche die Welt geſehen, verſicherten auf ihre Ehre, das Spectakel ſei magnifique, und ſelbſt am Hofe zu Verſailles hätten ſie nichts Süperberes geſehen.
Max Emanuel war in der heiterſten Laune.„War das Deine Ueberraſchung?“ flüſterte er dem Kammer⸗ diener Arnold halblaut zu, als ihm derſelbe eine Silber⸗ platte mit Erfriſchungen anbot.„In der That, ein glücklicher Einfall!“


