Teil eines Werkes 
1. Band (1872)
Entstehung
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reichte, durch Münchnerinnen verſtärkt, die auf den Kirchenchören ihre Kunſtverſtändigkeit bewährt hatten. Nach dem Chor erſchien Diana ſelbſt; auf einem ſtrah⸗ lenden Halbmond, der zu einem Wagen geformt war, kam die ſchöne Göttin vom Gebirge herab, halb wie

auf einem Gewölke ſchwebend. Eine zweite, noch an⸗

muthigere Schaar Dryaden begleitete ſie, aus lauter Damen des Hofes und Adels beſtehend; denn wenn es auch für eine unauslöſchliche Schmach gegolten hätte, auf der Bühne zu ſingen oder gar zu ſpielen, ſo war es doch erlaubt, dieſelbe tanzend zu betreten, und der älteſte Adel fand darin nicht nur nichts Entwürdigen⸗ des, ſondern vielmehr Ehre und Auszeichnung. Sogar Perſonen vom höchſten Range, regierende Fürſten und Fürſtinnen achteten es nicht unter ihrer Würde, im Tänzercoſtüm vor ihrem Hofe und ihren Unterthanen zu erſcheinen und vor deren ehrfurchtsvoll ſtaunenden Augen Pirouetten, Entrechats und andere Pas auszu⸗ führen. Ein Gemurmel des Beifalls und der Bewun⸗ derung ging durch das Haus, als die ſchöne hochge⸗ ſchürzte Jägerin, von ihren Gefährtinnen im feierlichen Tanze geleitet, vom Wagen ſtieg und ihnen durch Ge⸗ berden andeutete, daß ſie ermüdet ſei und ſich nach Ruhe ſehne.

„Ein herrliches Weib“, flüſterte Haunsberg zu

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