Teil eines Werkes 
1. Band (1872)
Entstehung
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wie ſie die Kinder in der Schul' haben als Vor⸗ ſchrift!“

„Das iſt es auch— eine Vorſchrift iſt's, aber

für große Kinder! Kurfürſtliche Durchlaucht iſt ein

gar junger Herr, dem leicht was Anderes lieber iſt, als

wenn er im Staatsrath ſitzen und. zuhören oder alle die

Schreibereien leſen muß, die ihm zukommen. Da hat er geſagt, das Leſen ſei ihm zuwider, weil die Be⸗ richte alle ſo ſchlecht geſchrieben wären. Das hat der Vicekanzler, der Prielmayr, gleich aufgeſchnappt und jetzt iſt ein Befehl ausgegangen, bei Amtsentſetzung ſollt' ein Jeder ſo ſchön ſchreiben als möglich, und wer's nicht könnt', der ſollt's lernen, und derentwegen ſind die Vorſchriften ausgetheilt worden!“

„Iſt ja doch nicht möglich!“ rief ſtaunend die Frau und muſterte die Blätter, wie zuvor ihre Hemden.

„Wegen Deiner Verwunderung wird's nicht an⸗ ders!“ begann der Rathsherr wieder.„Alle Dika⸗ ſterianten müſſen neu ſchreiben lernen und die Buch⸗ ſtaben nachmalen wie die Schulbuben! Und ich wollt’ nichts ſagen, wenn's noch ordentliche Buchſtaben wären, aber ſo ſind's auch wieder ſo neumodiſche Haken und Schnörkel, die Niemand kennt! Da ſchau' her“, fuhr er fort und deutete auf einen Buchſtaben,„das ſoll ein K ſein! So lang man weiß und denkt, hat das K