Teil eines Werkes 
1. Band (1872)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

46

das die Frau dem jungen Herrn ſchickt das hat Alles der Herr Stelzenhuber gegeſſen, der Amtsbot' drüben in der kurfürſtlichen Kammerkanzlei

Heilige Mutter Anna! kreiſchte die Frau auf. Nädel, hat Dich denn der böſe Feind ſchon ganz in den Krallen? Iſt das Deine Traurigkeit um den durch⸗ gebrannten Schuſter, daß Du mit dem Amtsboten ſpen⸗ zelſt und ihn mit den beſten Biſſeln regalirſt, die ich mir vom Mund abgeſpart hab' für meinen Buben?

So was wird die Frau doch von mir nit denken? unterbrach ſie die nunmehr auch entrüſtete Köchin. Ich ſpenzel nit mit dem Amtsboten, mit dem roth⸗ naſigen, und wenn ich mich einmal tröſten wollt' über mein Unglück, müßt' der Tröſter ſchon ein biſſel anders und ſauberer ausſehen! Ich hab' ihm die guten Biſſeln nit meinetwegen gegeben, ſondern wegen der Frau, wegen dem jungen Herrn gegeben, damit er vertuſchen hilft

Die Frau war dem Umſinken nahe.Vertuſchen? ſtammelte ſie.Alſo iſt was geſchehen, das vertuſcht werden ſoll! Staſi, wenn Du's nicht auf dem Gewiſſen haben willſt, daß mich der Schlag trifft, ſo red'!

Der Amtsbot', fuhr Staſi leiſer fort, indem ſie ſich zu der Erſchrockenen geheimnißvoll niederbeugte,