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Lohn einer Woche für einen glänzenden Rococo⸗Anzug, um einmal für etwas Vornehmes gehalten zu werden; luſtige Studenten mit dem Reſte des Quartalgeldes ſuchten ſich den Pierrot und die Columbine aus zu
einem tollen Kneipenſchwank; ein junges Pärchen
empfing mit Entzücken die bunten Lappen des Bauern⸗ anzugs, der ihnen die erſte Stunde ungeſtörten Bei⸗ ſammenſeins verſprach; hinter ihnen ſchlüpfte die Eiferſucht einer gekränkten Frau in die nächtlichen Falten eines Venetianermantels, um über Gedanken des Haſſes und Plänen der Rache zu brüten. Unlängſt hatte ich wieder auf meinem Lauerpoſten geſeſſen und hörte einigen jungen Malern zu, welche ein kleines Ballfeſt im Stil und Geſchmack des ſieb⸗ zehnten Jahrhunderts zu veranſtalten gedachten, das eine Art Auszug des ganzen Zeitalters bieten und alle Stände in künſtleriſch geſchmackvoller Anordnung vor⸗ ühren ſollte.„Für Sie“, ſagte der Verleiher zu einem der Künſtler, der die Veranſtaltung der bürgerlichen Gruppe übernommen hatte,„habe ich etwas ganz Be⸗ ſonderes— keine Maske, ſondern einen echten wirk⸗ lichen Bürgeranzug aus jener Zeit; es ſcheint, daß er
als ein Erbſtück von Geſchlecht zu Geſchlecht bewahrt ⸗
wurde, bis er für Niemand mehr von Bedeutung war und in den Trödel wanderte.“ Neugierig gemacht,


