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liche Augenblicke einzubilden, man ſei wirklich der elegante Seigneur, der derbe Landsknecht oder der raſſelnde Rittersmann, den man vorſtellt!
Zumal wenn man jung iſt, geht das leicht und geſchwind von ſtatten!
Da ſieht man noch raſch und greift hurtig zu; die Augen haben noch keine Kummerfältchen und Trauer⸗ ränder vom trübſeligen Nachſchauen nach Dingen, die man erſt vergöttert und hinterher enttäuſcht als Götzen in den Staub geworfen— man hat noch wenig Ver⸗ gangenheit, darum vertraut man noch auf die Zukunft und wagt es, jauchzend in der Gegenwart unterzu⸗ tauchen, wie in den Wellen eines friſchen, nervenſtär⸗ kenden Bades!
Aber auch wer bereits dem Rufe des Pſalmiſten gefolgt iſt und ſich beſtrebt,„weiſe zu werden, ehe ein Haar in ſeinen Augenbrauen länger geworden“, hat⸗ nicht Urſache, unter den verlängerten Brauen hervor ſauer und grämlich auf das muntere Treiben zu. 3 blicken; wehrt ihm doch Niemand, dabei der eigenen Jugend oder mancher näher liegenden Stunde zu geden⸗ ken, in der— um mit Meiſter Horatius zu reden— auch das Alter noch„warrm geworden vom Weine“, 7 oder in anderer Weiſe„ſüß“ gefunden,„am rechten Orte ein Thor zu ſein“!
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