— ͦ———
244
reits die edelſte und ſchönſte Blume mein eigen nennen dürfte. Und wer iſt der Glückliche, den die Gräfin wählte?“
Saint⸗Maurice trat mit der Zuverſicht des Sieges einen Schritt vor; Thereſe aber ſchlug die Falten des um ihren Nacken gewundenen Spitzentuchs zurück, daß an ihrer Bruſt ein Strauß von Feldnelken ſichtbar wurde; ſie zog ihn hervor und reichte ihn Haunsberg, welcher ihn, ſich auf ein Knie niederlaſſend, mit glühen⸗ den Wangen und einem Blick des Entzückens empfing.
„Wie, Gräfin“, rief Saint⸗Maurice halblaut,„Sie haben alſo Ihr Spiel mit mir getrieben?“
„Wie Sie mit Angela“, flüſterte die Gräfin ent⸗ gegen.„Das iſt meine Rache!“
„Rache wegen deſſen, was ich Ihrer Feindin an⸗ gethan?“
„Angela war meine Feindin nicht; aber auch wenn ſie es geweſen wäre, was gilt das? Wo es dar⸗ auf ankommt, eine Beleidigung zu rächen, die einer von unſerm Geſchlechte angethan wurde, kennen wir Frauen keine Feindſchaft. Ich bedaure, Herr Cheva⸗ lier, Sie müſſen meinen ſchlechten Geſchmack entſchul⸗ digen, aber mir iſt die einfache Nelke doch lieber als die Roſe.“
„Nun, meine Herren und Damen, wollen wir das
,—


