— 4 ¹
14
ſicht wegen der Verheirathung mit der Tochter des reichen Prügelbrauers am Neuhauſerthore beharren und Benno hatte einen ſchweren Stand, irgend etwas vorzubringen, was nur halbwegs als Entſchuldigung gelten konnte. Zwar hatte er an der Mutter eine tüchtige Bundesgenoſſin, die ſich keine Gelegenheit ent⸗ gehen ließ, über die künftige Schwiegertochter loszu⸗ ziehen und der ganzen Heirathsgeſchichte einen Stein in den Weg zu werfen; aber es war ganz vergebens, wenn er auch ſeine verſäumten Beſuche mit Einladungen oder zufälligen Hinderniſſen und Abhaltungen entſchul⸗ digen wollte, der Vater blieb dabei, es könne gar kein Hinderniß geben, das einen Bräutigam auf dem Wege zur Braut aufhalten dürfe. Es fruchtete nichts, wenn Benno erörterte, wie es ihm ſchon öfter geſchehen, daß die Tochter des Brauers bei ſeiner Ankunft ſich gar nicht blicken ließ oder ſich gegen ihn ſo mürriſch und ungut betrug, daß er faſt glauben müſſe, die beabſich⸗ tigte Heirath ſei ihr zuwider; der alte Millauer gerieth darüber allental förmlich in Harniſch und zog bitterböſe über die heutige Jugend los, die es nicht mehr ver⸗ ſtehe, ein Mädel zu gewinnen, und es nicht zu machen wiſſe, daß ihr unter dem Mieder ſo heiß werde, daß ſie von ſelber komme und bitte, um Gotteswillen den
Kranzeltag ja nicht mehr zu verſchieben. Das müßte Schmid, Die Türken in München. II. 2 8


