Teil eines Werkes 
2. Band (1872)
Entstehung
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fangene Platz gefunden; denn der Stadtrath von Mün⸗ chen ließ damals gerade die Neuhauſergaſſe mit jenem hügelartigen Gemenge von Feldſteinen belegen, das man Pflaſter nannte, und da die Arbeit dringend war, hatte man einige Türken herbeigeholt, die gegen ge⸗ ringe Vergütung überall und gern zu jeder Aushülfe bereit waren.

In der Stube ſelbſt, hin und her, von und zu der Kellermündung wanderte rüſtig und unperdroſſen ein Mädchen, dem zur Schönheit nichts fehlte, als minder groß zu ſein. Die Züge des Geſichts waren regelmäßig und anmuthig, die braunen Augen lebhaft

und voll Ausdruck; das dunkle Haar flocht ſich in

vollen und reichen Zöpfen um die damals noch übliche breite Silberhaube, welche ſpäter zum Riegelhäubchen zuſammenſchrumpfte, und der durch das ſchwarze Mie⸗ der mit reichem Kettengeſchnür und Münzbehäng noch hervorgehobene Wuchs war tannenſchlank und ließ keine Ausſtellung zu. Alles an ihr war im Einzelnen hübſch, aber das Ganze war etwas zu groß ausgefallen; es war eine Geſtalt wie die Hünenfrau der nordiſchen Sage, ganz geeignet, die Stammmutter eines Ge⸗ ſchlechts von Enaksſöhnen zu werden.

Es war keine Kleinigkeit, von Augenblick zu Augen⸗ blick mit dem Arm voll Krüge die Fallthür des Kellers