„Da lieg“, rief er,„und warte, bis ſie Dich und Deinen Genoſſen holen, den meineidigen Verleumder, und Euch thun, was Euch gehört!“
Der letzte Reſt der fliehenden Trunkenheit kämpfte in dem Burſchen mit dem Entſetzen und der Wuth, ſich überliſtet zu ſehen. Grimm glühte in ſeinen tückiſchen grauen Augen; in ohnmächtiger Bosheit ballte er die Fäuſte und preßte die eigenen Zähne tief in dieſelben, daß ſie zu bluten anfingen; aber die Kehle war ihm wie zugeſchnürt, er vermochte nur ein dumpfes Knurren hervorzubringen.
In dieſem Augenblicke ſchmetterten von draußen die lauten Töne fröhlicher Muſik, und das Rufen des Volkes verkündete die Annäherung des Feſtzugs.„Sie kom⸗ men“, rief Gerbel. Die Schuſterin aber vermochte es nicht, in den Ruf einzuſtimmen. Obwohl ſie denſelben erwartet hatte und darauf vorbereitet war, wurde ſie von der Wucht des Augenblicks doch ſo ſehr überwäl⸗ tigt, daß ſie ſich an dem Tiſche anhalten mußte und die paar Schritte zur Thür nicht zurücklegen konnte. Draußen ſprang auch Michel empor und ſchrie:„Der Vater kommt! Mutter, der Vater kommt!“
„Er kommt, er kommt wirklich!“ ſtammelte ſie, in⸗ dem der Bube die Thür aufriß und ihr das Schweſter⸗ chen auf den Arm gab; weiter aber als vor die Thür


