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Die Schuſterin ſah den Fragenden ernſt und traurig an.„Alſo glauben uns die Leute noch immer nicht! Obwohl ſie ſich überzeugt haben, daß wir mit dem Gelde die Wahrheit geſagt haben, halten ſie uns doch noch für ſo ſchlecht!“ 8
Wie nachſinnend fiel ihr Blick durch das Fenſter auf den Platz und ſtreifte über die vor dem Thore ver⸗ ſammelte Menſchenmenge, als mit einem Male ein dunkles Roth ihr Angeſicht überflog.„Der!“ murmelte ſie vor ſich hin.„Was will der? Er wird doch nicht zu uns kommen?“ Dann von einem raſchen Gedanken durchzuckt, wandte ſie ſich zu Gerbel, faßte ihn am Arme und drängte ihn gegen die Kammerthür.„Gehen Sie dahinein!“ ſagte ſie mit fliegendem Athem.„Halten Sie ſich ſtill, und horchen Sie genau auf Alles, was geſprochen wird! Vielleicht weiß ich Mittel und Weg.“
Der Meiſter war kaum in der Kammer verſchwun⸗ den, als ein etwas unſicherer Schritt die freie Thurm⸗ treppe heraufkam und die Stimme des ſchwäbiſchen Gärtners ſich vernehmen ließ, der draußen mit dem Knaben ein Geſpräch anknüpfte.„Warum kommſt denn gar nimmer zu mir, Michele?“ hörte die Frau ihn ſagen.„Du weißt ja, wie gern ich Dich hab'. Komm' nur zu mir, Büeble! Ich hab' gar ſchöne Weichſel und Frühbirn!“
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