Teil eines Werkes 
4. Band (1869)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

182

Niemand, Durchlaucht, entgegnete Bornemann, reichte ihm Hut und Reitpeitſche und öffnete die Thür. Als jedoch der Herzog den Fuß auf die Schwelle ſetzte, drang von draußen aus dem Vorzimmer ein lautes Geſpräch herein, das ſich faſt wie ein Wortwechſel an⸗ hörte. Der dort befindliche Lakai war bemüht, eine ärmlich gekleidete, weinende Frau mit zwei Kindern zur Thür hinauszudrängen.

Ich hab' Ihnen ſchon einmal geſagt rief er,daß Seine Durchlaucht nicht zu ſprechen iſt. Wie können Sie nur die Frechheit haben, wiederzukommen? Ich begreife auch nicht, wo der Portier ſeine Augen hat, das Volk ſo hereinzulaſſen.

Allgerechter Gott im Himmel! rief die Frau, in⸗ dem ſie weinend die Hände rang.Ich muß aber zu Seiner Durchlaucht, muß heute noch zu ihm. Er muß mir meinen Mann wiedergeben. Ich will ihm Alles ſagen! Er muß ein Einſehen haben und muß uns helfen.

So kommen Sie morgen wieder! ſagte der Lakai. Heute iſt keine Zeit. Sie müſſen eben warten.

Ich kann nicht warten, jammerte die Frau.Wir gehen zu Grunde. Mein Mann wird krank an dem entſetzlichen Orte, wohin ſie ihn gebracht haben. Er hält es nicht aus; er ſtirbt, ehe ich ihm Hülfe bringen kann.