ſich in dem verlaſſenen, früher von der Herzogin be⸗ wohnten Zimmer erblickte. Schnell beſonnen wollte er es durchſchreiten, um an der andern Seite ſeinen Aus⸗ gang zu nehmen, als das Rauſchen eines Kleides ihn veranlaßte, den Kopf ſeitwärts zu wenden. Von einem Divan, das Antlitz ins Tuch gedrückt, erhob ſich raſch eine weibliche Geſtalt und that einige Schritte gegen ihn.
Er ſtand Primitiva gegenüber.
Seitdem Clemens ſie verlaſſen, hatte ſie in einer entſetzlichen Stimmung qualvolle Minuten durchlebt, zwar nur einen kurzen Zeitraum, aber dennoch lang genug, um mit einem Blick nach vorwärts all das Elend, das Unheil und den Jammer zu erkennen, der ihrer in der nun unausweichlich gewordenen Verbin⸗ dung mit einem verhaßten Manne wartete, mit einem andern Blicke nach rückwärts aber die ganze Fülle des Glücks und der Seligkeit zu ermeſſen, welche für ſie auf immer verloren war und nun hinter ihr lag, wie ein ſchön flutender Seeſpiegel, der nie ſchöner erglänzt als im rothen Scheidelichte des Tags, von den ge⸗ rötheten Wäldern umgeben, wie von welkenden Kränzen der Erinnerung. Es war ihr, als wäre ſie im Sturme an Klippen geſcheitert und läge nun freund⸗ und hülflos an den öden Strand geſchleudert, um langſam zu ver⸗ ſchmachten. Ihre Thränen floſſen reicher als ſonſt und


