Teil eines Werkes 
3. Band (1869)
Entstehung
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Die Fürſtin hatte mit erhobener Stimme geſprochen und ſchien ſofort auf eine Entgegnung zu warten. Der Miniſter betrachtete die hohe Geſtalt mit einem Aus⸗ druck der Verehrung. Er ſchien ein raſches Wort der Erwiderung auf der Zunge zu haben, aber die Geſühle der Achtung vor der greiſen Fürſtin hießen ihn daſſelbe wieder zurückdrängen.Ich habe alle Ehrfurcht, be⸗ gann er nach einer Weile,vor ſolcher echt fürſtlichen Entſchiedenheit, nur kann ich meine Verwunderung über eins nicht bergen. Wenn ſo feſt an dem gehalten wird, was die Religion lehrt, was ſie im Gebiete der Politik aufſtellt, wie kommt es doch, daß ſie in ihrem eigenſten Bereiche dem Zweifel nicht zu entgehen ver⸗ mag?

Soviel Haltung und Faſſung die Herzogin beſaß, zuckte ſie doch bei dieſen unerwarteten Worten wie von einem plötzlichen Dolchſtoße zuſammen.Was wollen Sie mit dieſen Worten ſagen? fragte ſie.

Nichts Anderes, als was in den Worten nach ihrem Sinne enthalten iſt. Ich kann mir nicht zuſammen⸗ reimen, Durchlaucht, daß, wer ſo feſt an der Wahrheit eines Bekenntniſſes hängt, ſich dennoch entſchließen konnte, daſſelbe aufzugeben und zu einem andern über⸗ zutreten.

Schweigen Sie! herrſchte ihm die Herzogin mit