Erſtes Kapitel.
An der Grenze.
Es war ein grauer, nebliger Morgen. Warmer Südwind war zwiſchen den hohen Bergen, welche den Horizont abgrenzten, hervorgekommen und hatte unver⸗ muthet raſch in wenigen Tagen die Schneemaſſen zum Schmelzen gebracht. Jetzt wehte es trocknend über die erweichten Fluren hin; war aber die Luft ruhig, dann ſtieg die reichlich eingeſogene Feuchtigkeit in Dämpfen darüber empor: kurz, Alles ſchien auf einen raſch und ungewöhnlich früh entwickelten Frühling zu deuten.
Friedrich hatte bereits einige Stunden am Arbeits⸗ tiſche geſeſſen, als Beppo leiſe an die Thür klopfte und auf Friedrich's Ruf mit der Frage eintrat, ob es ihm
gefällig ſei, zum Frühſtück zu kommen, die Frau Nälhin Schmid, Mütze und Krone. III. 1


