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nicht bergen, daß dieſer Bruder, der doch, wie ich ge⸗ hört, mit dem andern eben des Glaubens wegen aufs tödtlichſte verfeindet war, ihm gleichwohl ſein ganzes Vermögen hinterließ und nicht darüber zum Beſten ſeiner Geſinnungsgenoſſen allenfalls durch ein Teſta⸗ ment verfügte.“
„Dieſe Thorheit iſt ihm glücklicherweiſe nicht in den Sinn gekommen“, ſpottete Clemens. Sein Vater wiſchte ſich wortlos den Angſtſchweiß von der Stirn; das Wort Teſtament war ihm wie ein Dolchſtoß in die Seele gefahren und ließ ihn erkennen, worauf die ganze Unterredung hinausging.
„Hm“, warf Ovenbergen hin,„um ſo ſonderbarer dann, daß ich, als ich aus leicht verzeihlicher Neugier die Ihnen geſtohlenen Papiere etwas überflog, darun⸗ ter zu meinem größten Staunen ein vollkommen rechts⸗ gültiges Teſtament des kaiſerlichen Oberſten Grafen Traugott von Schroffenſtein entdeckte.“
„Ein Teſtament?“ rief Clemens ſtutzend.
„Sehr ſonderbar!“ ſtammelte der vernichtete Vater. „Das wäre in der That ſehr ſonderbar!“
„Wie ich Ihnen ſage“, begann Overbergen wieder, „ein vollkommen rechtsgültiges, von einem immatricu⸗ lirten Notar aufgenommenes Teſtament und, was das
Sonderbarſte iſt, ein Teſtament, in welchem er das 13*


