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Siehſt Du, das iſt das liebe engelgute Fräulein, von dem ich Dir ſo oft erzählt habe! Ach wie ſich die Zeiten ändern! Seh' ich ſie doch noch leibhaft vor mir, wie ſie ein Kindchen war, nicht höher als der Tiſch da, und wie ſie mit den Knaben im Wald und auf der Wieſe herumraſaunte! Wiſſen Sie noch, der gnä⸗ dige Herr ſagte immer, er wolle Ihnen auch Hoſen machen laſſen. Was er wohl macht, der gute gnädige Herr? Er iſt doch geſund und wohlauf?“
„Das iſt er“, entgegnete Primitiva.„Ich bin eben im Begriffe, ihn zu beſuchen. Sein dringender Wunſch, mich recht bald zu ſehen, hat mich veranlaßt, die Reiſe trotz des ſchlechten Wetters ſchon heute anzutreten.“
„Nun, ſo kommen Sie morgen um ſo frühzeitiger hin“, rief Gertraud, unterbrach ſich aber plötzlich, wie Jemand, der über einen unvermutheten Gedanken er⸗ ſchrickt.„J du meine Güte“, jammerte ſie.„Da plaudre ich und plaudre und denke gar nicht daran, daß das Fräulein hungrig und durſtig ſein wird! Gleich ſoll aber nun eine Abendmahlzeit fertig ſein, die ſich gewaſchen hat!“
Trotz Primitiva's Einwendungen eilte ſie hinaus; auch der Burgwart folgte ihr, weil eben die Thorglocke die Ankunft neuer Gäſte ankündigte.
Ein Schlitten fuhr herein, von ein paar ſchnauben⸗


