Dieſe Worte wurden mit ſo ſanfter, einſchmeicheln⸗ der Stimme geſprochen, daß, wer ſie nur hörte, darin den Ausdruck tiefen, herzlichen Bedauerns erkennen mußte; wer aber den offenbar feindſeligen, giftigen Blick ſah, welcher unter den niedergeſchlagenen Augen⸗ lidern hervor auf den Schloſſer hinüberzuckte, dem war es klar, daß hinter der glatten Schale kein milder Kern zu hoffen war.
Huber ſchien das zu wiſſen. Er ſchwieg und ſah wie nachdenkend vor ſich hin. Auch wurde ſeine Auf⸗ merkſamkeit gerade von einem andern Gegenſtande in Anſpruch genommen. Dies war der große alte Mann im ſchäbigen Rocke, der bisher den Redenden den Rücken zugekehrt hatte. Jetzt, bei. Annäherung des Wirths, hatte er ſich etwas ſeitwärts gegen dieſen gewendet, ſodaß ein Theil des Geſichts wahrnehmbar geworden war. Forſchend ſchielte der Schloſſer nach dem Fremden hinüber, der ihm bekannt vorkam, und ſo entging ihm nicht, daß der Wirth, der ſich unbeachtet glaubte, dem Manne leicht mit den Augen zuwinkte. Dieſer erwiderte ebenſo unmerklich den Wink und wendete ſich wieder zu ſeinem Kruge. Einige Sekunden ſpäter trank er aus, erhob ſich völlig unbefangen und ſchritt gemächlich zur Stubenthür hinaus. Huber's geſpannte Aufmerkſamkeit war mit jeder Bewegung des Fremden gewachſen.


