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Ulrike, fein genug, um die berührte mißtönende Saite fürder zu vermeiden, ergriff der Räthin Hand und wollte eben etwas Entgegenkommendes erwidern, als die Hausklingel ertönte und bald darauf, von Beppo mit der Leuchte begleitet, Friedrich über den Hofraum ſchritt.
„Er iſt es, er kommt!“ rief Ulrike und eilte dem Eintretenden entgegen, um ihn zu umarmen, doch ſchreckte ſie vor ſeinem Ausſehen zurück.„Um Gotteswillen, was iſt Dir, Friedrich? Du biſt ganz erſchöpft und bleich!“
„Fehlt Dir etwas, mein Sohn?“ fragte auch die Räthin.„Du biſt doch geſund und unverletzt?“
„Ruhig, liebe Mutter, ruhig, ſei ganz außer Sor⸗ gen“, rief Friedrich.„Ich bin, dem Himmel ſei Dank, geſund und wohlbehalten, aber ich glaube es wohl, wenn Ihr ſagt, daß ich bleich bin. Ich habe auch Dinge geſehen, bei denen das Blut aus jedes Menſchen Wange zurückweichen muß, Dinge— o mein Gott, mein Gott, jetzt, hier in dieſer ſtillen Einſamkeit iſt es mir beinahe, als ob ich all das Entſetzliche geträumt hätte!“.
„Aber was iſt geſchehen?“ fragte Ulrike.„Sage doch—"
„Nein, nein“, unterbrach ſie die Räthin.„Erzähle nichts, ich will von ſolchen Dingen nichts hören, von


