Teil eines Werkes 
5. Band (1874)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

174

Thür zu vernehmen glaubte.Iſt er's? fragte er dann mit erlöſchender Stimme.Iſt's der Doctor? Iſt's Wolter? Endlich erſchien der Erwartete und trat mit einem Fläſchchen in der Hand vor den Für⸗ ſten, in deſſen Augen noch einmal die alte Lebenskraft emporloderte.Hat Er das Elixir? rief er.O ſchnell geb' Er es mir, es iſt die höchſte Zeit. Dieſer Krampf zerdrückt mir die Bruſt.

Der Arzt ſchüttete den Inhalt des Fläſchchens in eine Schale, ſeine Hand war nicht ſicher dabei, und er vermied den Blick des Kaiſers, der geſpannt auf ihm ruhte. Dieſer ſchlürfte die Flüſſigkeit, neigte dann ſein Haupt etwas beiſeite und ſchloß die Augen, als wolle er die Wirkung abwarten, bald aber erhob er ſich wieder mit ſchwachem Lächeln.

Das iſt es nicht, Doctor, ſagte er;das war nicht das rechte Elixir, das rechte müßte mich ganz anders durchſtrömen; ich müßte beim erſten Trvpfen das Nahen der Geneſung fühlen. Ich verſtehe wohl, Er hat das Elixir nicht bekommen und will mich dar⸗ über täuſchen.

Der Arzt ſah ſchweigend zu Boden.

Ich vergebe Ihm den freundlichen Betrug, fuhr der Kaiſer zurückſinkend fort,ich habe jetzt wenigſtens nicht nöthig, von Ihm zu erfahren, woran ich bin.