Teil eines Werkes 
5. Band (1874)
Entstehung
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Wangen, ſie war ein edles Jungfrauenbild, würdig, einer Prieſterin gleich das Allerheiligſte des Tempels zu betreten und die höchſte Würde des Frauenthums um die Stirn zu ſchlingen.

Mir thut's bei alledem nur leid, ſagte Grün⸗ wald zu Unertl, während eben das Paar mit ſich ſel⸗ ber beſchäftigt war und die Kanzlerin ſich mit dem krautmeiſterlichen Ehepaare unterhielt,daß das ſchöne Vermögen nun doch in den Händen der Jeſuiten blei⸗ ben ſoll. Iſt denn da gar nicht zu helfen?

Still! entgegnete Unertl.Nicht ſo laut! Das ſoll eine Ueberraſchung geben, die vielleicht gerade recht reif wird, daß man ſie dem erſten Sprößling unſeres Paares als Angebinde in die Wiege legen kann. Sie wiſſen, daß in dem Teſtament beſtimmt iſt, das ganze Vermögen ſolle dem Orden gehören, wenn nach fünf⸗ zig Jahren ſich kein Nachkomme der Pilgrams meldet.

Jawohl, und ſich als rechtgläubigen Katholiken ausweiſt, ſagte Grünwald.Das iſt ja eben der Haken.

Gerade an dieſen Haken gedenke ich anzuknüpfen! fuhr Unertl fort.Ich argumentire ſo: Das Geſetz verbietet, Erbeinſetzungen und Teſtamentsbeſtimmungen an unſittliche oder ſchändliche Bedingungen zu knüpfen; als eine ſolche ſchändliche Bedingung aber iſt es bezeichnet,