einen glücklicheren Ausgang. Nun, und Er, Unertl? Wie iſt es mit Seiner Bitte? Es kommt mir vor, als ob Er eilen müßte, wenn ich ſie Ihm noch ge⸗ währen ſoll.“
„Majeſtät, welch ein Gedanke!“ rief Unertl. „Aber da Sie es erlauben, will ich mir doch die ver⸗ heißene Gnade erbitten. Majeſtät haben davon gehört, daß einige Einwohner Ihrer Hauptſtadt einen Verein zu gründen geſucht haben—“
„Ganz recht“, ſagte Karl Albert, indem er haſtig mit dem Pater einen Blick wechſelte.„Ich habe da⸗ von gehört; einen Verein, von freigeiſteriſchen Anſichten eingegeben und zu ſtaatsgefährlichen Zwecken dienend.“
„Nein, Majeſtät“, entgegnete Unertl,„aber einen Verein von heißen Herzen und hellen Köpfen, denen es zu eng und zu dunkel iſt in der bairiſchen Heimat und die gern Licht und Weite über unſere Grenzen hereinbringen möchten; einen Verein, der gern ein Buch kaufen oder eine Zeitung leſen möchte, die nicht erſt im Jeſuitencollegium geſtempelt iſt; einen Verein von Männern, Majeſtät, welche glauben, daß in Baiern Talente genug vorhanden ſeien, um es den andern deutſchen Stämmen in den Wiſſenſchaften und Kün⸗ ſten gleich zu thun, wenn man ihnen die Hand nicht feſſelt und die Augen nicht verbindet. Dieſe Männer
Schmid, Concordia. V. 10


