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zu ihr— komm, nimm Hut und Stock, ich will dir dein Felleiſen tragen; denn du biſt wohl ſehr muͤde! Komm, meine Pflegmutter wird eine große Freude haben, dich kennen zu lernen.“
Sie machten ſich beyde auf den Weg. Der Bruder gab es aber nicht zu, daß ihm die Schweſter das ſchwe⸗ re Felleiſen trug. Unter mancherley vertraulichen Geſpraͤchen gingen ſie uͤber den Huͤgel. Als ſie in dem rein⸗ lichen, wohlgebauten und wohleingerich⸗ teten Hauſe angekommen waren, wollte die Frau es nicht ſogleich glauben, daß der fremde Juͤngling Luiſens Bruder ſey. Es kamen mehrere Neugierige herbey. Der Eine ſagte:„JFreylich iſt er Lieschens Bruder; er ſieht ihr ja gleich.”“ Der andere ſchuͤttelte den Kopf und ſagte:„Trau— ſchau— wem!“


