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Das Blumenkörbchen : eine Erzählung, dem blühenden Alter gewidmet / von dem Verfasser der Ostereyer
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[Giessen] [2024]
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len, gieb mir den Ring. Du weißt nicht, was der einzige Stein in demſelben fuͤr einen Werth hat. Der Ring koſtete bey tauſend Thaler. Wenn du das gewußt haͤtteſt, ſo wuͤrdeſt du ihn ſicher nicht genommen haben. Du ſahſt ihn wohl nur fuͤr eine Kleinigkeit an. Gieb ihn mir, und alles ſoll dir als ein jugendlicher Unverſtand ver⸗ ziehen werden!?? or

Marie fing an zu weinen.Wahrlich, ſagte ſie, ich weiß nichts von einem Ringe. Ich habe mir nie getraut, etwas Fremdes auch nur anzuruͤhren, viel weniger es zu ſtehlen. Mein Vater hat es mir zu ſehr eingeſchaͤrft, nieman⸗ den etwas zu nehmen.

Jetzt trat der Vater in das Stuͤbchen. Er hatte in dem Garten gearbeitet, und die junge Graͤfin ſo eilfertig in das Haus gehen ſehen. Gott im Himmel, was iſt das? rief er, als er vernommen hatte, wovon die Rede ſey. Der gute Mann hatte einen ſolchen Schrecken, daß er ſich an dem Tiſchecke halten, und auf die Bank niederſetzen mußte.

Kind, ſprach er, einen ſolchen Ring zu ſtehlen, iſt ein Verbrechen, auf das der Tod ge⸗ ſetzt iſt. Das iſt aber noch das Wenigſte. Denke an das Geboth Gottes: Du ſollſt nicht ſtehlen. Fuͤr eine ſolche That ſind wir nicht blos den

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