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Das Blumenkörbchen : eine Erzählung, dem blühenden Alter gewidmet / von dem Verfasser der Ostereyer
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[Giessen] [2024]
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Jettchen ſetzte voll Aerger, Neid und gehei⸗

men Ingrimm ihre Arbeit ſtillſchweigend fort.

Es koſtete ſie in der That keine geringe Ueber⸗ windung, es Amaliens Haaren waͤhrend des Fri⸗

ſirens nicht ein wenig empfinden zu laſſen, wie aufgebracht ſie war.Biſt du boͤſe Jettchen? ſagte Amalia ſanft.Das waͤre ja dumm, ſag⸗ te Jettchen, wenn ich boͤſe waͤre, weil Sie ſo gut ſind.Das war ſehr vernuͤnftig geſpro⸗ chen, ſagte Graͤfin Amalia; ich wuͤnſche, du moͤchteſt auch ſo vernuͤnftig denken!

Marie eilte indeß mit dem ſchoͤnen Kleide voll Freude nach Hauſe. Der kluge Vater haute aber uͤber das ſchoͤne Geſchenk keine beſondene Freude. Er ſchuͤttelte den grauen Kopf und ſag⸗ te:Du haͤtteſt mir das Koͤrblein lieber nicht in das Schloß getragen. Das Kleid iſt mir, als ein Geſchenk von unſerer gnaͤdigen Herrſchaft,

zwar ſehr ſchaͤtzenswerth; allein ich fuͤrchte, es moͤchte Andere auf uns neidig, und was das G

Schlimmſte waͤre, dich eitel machen. Sey daher doch recht auf deiner Huth, liebe Marie, daß wenigſtens das Schlimmſte unterbleibe. Beſchei⸗ denheit und Sittſamkeit kleiden ein Maͤdchen beſ⸗ ſer, als der ſchoͤnſte, auserleſenſte Anzug.

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