Druckschrift 
Eustachius : Eine Geschichte der christlichen Vorzeit / neu erzählt für die Christen unserer Zeit von dem Verfasser der Genovefa
Entstehung
Einzelbild herunterladen

40—

Schiffe zuruͤck; ihr uͤbrigen moget ans Land ſtei⸗ gen. Das Geld, das ich auf dem Sklavenmarkte fuͤr das Weib loͤſen werde, ſoll mir eure Rei⸗ ſekoſten bezahlen.““

Als Theopiſta dieſe Worte hoͤrte, erblaßte ſie vor Schrecken und Entſetzen. Euſtachius mußte ſich alle Gewalt anthun, ſeinen aufflammenden Zorn uͤber eine ſo unerhoͤrte Betruͤgerey und Ge⸗ walthaͤtigkeit zu maͤßigen. Die beyden Knaben fielen dem Schiffsherrn zu Fuͤßen, und baten und flehten weinend, ihnen ihre liebe Mutter nicht zu nehmen. Allein der Schiffsherr ſtand mit ausge⸗ ſtrecktem Arme und befahl dem Euſtachius:„Du mit deinen zwey Knaben raͤume mein Schiff; du aber, ſprach er zu Theopiſta, bleibeſt hier 1 Theo⸗ piſta eilte mit weit ausgebreiteten Armen und flie⸗ genden Haaren auf ihren Gemahl zu, umfaßte ihn, und ſchrie laut:„O Euſtachius, ich laſſe dich nicht— rette mich— Gott helfe uns!“ Euſta⸗ chius zog ſein Schwert, umſchlang ſeine Gemah⸗ lin mit der Linken, ſchwang mit der Rechten das Schwert und rief:„Treibe deine Bosheit nicht zu weit, verwegener Mohr, ſonſt werde ich mein Weib und meine Kinder gegen dich und all dein Volk blutig zu vertheidigen wiſſen.““ Allein ploͤtz⸗ lich packten mebrere ſtarke Schiffsknechte, auf den Wink des Schiffsherrn, wie er es heimlich mit ihnen verabredet hatte, den Euſtachius ruͤckwaͤrts, hiel⸗ ten ihn mit großer Gewalt feſt und nahmen ihm ſein Schwert ab, Der Schiffsherr ergriff Theo⸗ piſta und riß ſie von ihrem Gemahl⸗ den ſie mit