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Eustachius : Eine Geschichte der christlichen Vorzeit / neu erzählt für die Christen unserer Zeit von dem Verfasser der Genovefa
Entstehung
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Allein warum iſt der Menſch, den ſeine ſchoͤ⸗ ne aufrechte Geſtalt, Vernunft und Sprache uͤber alle Geſchoͤpfe der Erde erheben, in ſo mancher Hinſicht das allerunvollkommenſte Geſchoͤpf? Wie kommt es doch, daß der Menſch, der mit ſeinem großen Verſtande ſo viele Kuͤnſte und Wiſſenſchaf⸗ ten erfindet, gerade im Allerwichtigſten, in der Erkenntnißſeines Schoͤpfers ſo unwiſſend iſt? Welche Thorheit hat ſich ganzer Voͤlker, ja ſogar des maͤchtigſten aller Voͤlker, der Roͤ⸗ mer, bemaͤchtigt, daß ſie Metalle, Steine und Holz der Gottheit gleich achten und ſie anbethen? Allein warum ſind wir jenem großen Geiſte, der alles ſchuf, ſo entfremdet, daß wir uns keine richtige Vorſtellung von Ihm machen koͤnnen? Warum wiſſen wir ſo wenig von Ihm? Wa⸗ rum giebt Er ſich uns nicht naͤher zu erkennen? Ach mich duͤnkt, irgend eine traurige Begebenheit muß den menſchlichen Verſtand ſo zerruͤttet haben, daß er ſich von der rechten Erkenntniß ſo weit verirren und in ſo ſchrecklichen Unſinn verfallen konnte!

Mit der menſchlichen Tugend ſteht es um nichts beſſer, als mit der mangelhaften Erkennt⸗ niß des Menſchen. Warum ſchwebt mir ein Bild menſchlicher Vollkommenheit vor, das ich nicht zu erreichen vermag? Warum ſehen wir ein, was ſchoͤn und gut und recht iſt haben wohl auch Freude daran und thun dennoch dasjenige,

was ſchlecht iſt und was wir verabſcheuen? Wo⸗

her kommt dieſer Zwieſpalt im Menſchen? Wa⸗