Erſtes Kapitel,.
Im Kreuze iſt Heil.
Hundert Jahre nachdem Chriſtus geboren war, unter der Regierung des Roͤmiſchen Kaiſers Tra⸗ jan, lebte der Feldherr Plazidus, der unter dem Namen Euſtachius in der ganzen chriſtlichen Welt bekannt worden. Er hatte die Parther, die Feinde Roms, in mehreren Schlachten beſiegt und ſich großen Ruhm erworben. Nachdem der Friede hergeſtellt war, begab er ſich, fern von dem kai⸗ ſerlichen Hofe, auf ſein abgelegenes Landgut. Hier, in ſeinem vaͤterlichen Hauſe, das in der edlen Roͤmiſchen Bauart aufgefuͤhrt und von Gaͤr⸗ ten und Weinbergen, Wieſen und Kornfeldern umgeben war, fuͤhlte er ſich gluͤcklicher, als in Rom, der damaligen Hauptſtadt der Welt. Die unermeßliche Pracht und Verſchwendung, die da⸗ mals in Rom herrſchten und dieſer Stadt in der Folge den Untergang zuzogen, waren ihm zuwider. Er blieb den einfachen Sitten ſeiner Vaͤter, der alten Roͤmer, getreu. Obwohl er große Reich⸗ thuͤmer beſaß, ſo erblickte man in ſeiner Wohnung dennoch nichts von unnoͤthigen und koſtbaren Ge⸗ raͤthſchaften, und auf ſeine Tafel kamen keine uͤberſluͤßige Gerichte. Nur Ordnung, Reinlichkeit
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